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	<title>Überlegungen &#8211; The Personalist</title>
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	<title>Überlegungen &#8211; The Personalist</title>
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		<title>Wir brauchen mehr Kneipen [fragment].</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marco]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 May 2025 20:25:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Überlegungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><img width="1024" height="683" src="https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2025/05/image-1024x683.png" class="attachment-large size-large wp-post-image" alt="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2025/05/image-1024x683.png 1024w, https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2025/05/image-570x380.png 570w, https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2025/05/image-768x512.png 768w, https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2025/05/image-700x467.png 700w, https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2025/05/image.png 1536w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></p><!-- wp:paragraph -->
<p>Ich sehe den freie Willen als eines der entscheidensten Probleme der Gegenwart. Es ist die Frage nach unserer Selbstwahrnehmung. Und der Umstand einer pervertierten Aufklärung, die Zustand ist, also tot. Nach ihr sind wir autonome Wesen, gottesgleich durch originären Willen. Nach ihr ist die Person zu Vernunft fähig, weil sie einen eigenen Willen hat - und nicht, weil sie vernunftbegabt ist. Was von Vernunft übrig geblieben ist, ist die Möglichkeit, den eigenen freien Willen in einer Willenserklärung zu äußern.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Aus Willenserklärungen werden Verträge, aus ihnen ensteht Schuld. Sie bedeutet Dissonanz mit der Perspektive, sich ihrer zu entledigen. Sie ist Motivator der rationalen Vernunft und hier endet unsere gegenwärtiger Vernunftbegriff. Der eigentliche Ursprung einer emotional-neuroplastischen Entscheidung wird nicht hinterfragt. Wir sind uns der Fremdbestimmtheit unserer Affekte nicht bewußt, dem&nbsp;<em>Wozu</em>&nbsp;unseres Daseins. Das entscheidet immer der, welcher den Begriff&nbsp;<em>Fortschritt</em>&nbsp;mit seinen Vorstellungen ausschmückt.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Fortschritt bedient die Suche nach Selbstwahrnehmung: Schuld ist heute&nbsp;<em>die</em>&nbsp;Dissonanz überhaupt. Sie ist der soziale Kitt der Moderne,&nbsp;<em>das</em>&nbsp;Dispositiv - auch wenn Kapitalismus durch „Technofeudalismus” abgelöst wurde. Zumindest trägt sie den Autonomiegedanken des Vertrags, dem minimalen Ausdruck (Willenserklärung) des autonomen Subjekts. Ohne ihre Verantwortung wird freier Wille problematisch. Und auch wenn Technofeudalismus mit Daten, Profilen und der subjektiven Identität handelt, um Emotionen (desire, Wert) zu erzeugen, braucht er den Anschein von Freiheit, um akzeptiert zu werden. Deswegen kann Schuld nicht abgeschafft werden - sie folgt der Verantwortung der frei-willentlichen Person.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Deswegen besteht die permanente Krise der menschlichen Welt mit der eigenen entfremdeten Selbstwahrnehmung. Es ist eine Frage des Vertrauens in sich selbst das durch Zweifel geprägt ist. Das ist das Gegenteil von trivialer Wiederholung von Botschaften, die in neuroplastische Nervenbahnen geprägt werden. Aus ihnen entstehen unsere persönlichen Urteile. Ihre Fremdheit setzt die Person in einen Modus: dem des Untertanen, der sich auf der Einbildung von Autonomie durch freien Willen begnügt.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Man schreibt über diese Dinge, weil man nicht "will", dass sie das Soziale und die Welt zerstören. Obwohl die simple Tatsache, dass das Fehlen von&nbsp;<em>minimum conditions</em>&nbsp;(Schutz, Wärme, Nahrung) jeder Person&nbsp;<em>ureigene</em>&nbsp;Emotionen und Getriebenheiten erzeugt. Doch helfen institutionalisierte Machtsysteme hier nicht mehr. Sie sind keine Freunde, die sich stützen. Ihre Unerbittlichkeit ist Gnadenlosigkeit (des Kapitalismus nach Benjamin) in unaufhörlicher In-Verantwortungnahme. Auch Technofeudalismus, der die Introspektion in die Person millionenfach verfeinert hat, bedient sich Affekten. Es erzeugt seine Werte - die ultimative Gleichschaltung bei nie dagewesener Spaltung durch Algorithmen.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Insofern stimme ich zu: die digitale Persönlichkeit ist die neue Macht. Die Möglichkeit unmittelbarer, individuell zugeschnittener Kontrolle. Vom Begehren materieller und immaterieller Güter zum Zwang zu Dissonanz aus ganz persönlicher Furcht. Gepaart mit der Auffassung, selbstbestimmt durch Willen zu sein, wird dieser technokratrische Glaube ein ganz persönlicher. Anders in alten institutionalisierten Religionen, wo eine Botschaft für alle galt, gilt jede für jeden höchstpersönlich. Diese Wahrnehmung der Welt ist eine fundamentale Selbstwahrnehmung, in der alles zusammenpasst - die Fakten, die Argumente, die Umstände, die Lügen ... - die sich persönlich rechtfertigt. Das macht Meinung nicht nur zum Ausdruck von Überzeugung; das macht Kritik an Überzeugungen zur Kritik an der Substanz der Person.&nbsp;</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Dieser Spaltung kann nur mit mehr Kneipen entgegnet werden.</p>
<!-- /wp:paragraph -->]]></description>
		
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		<title>Der Vertrag: Was uns bindet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marco]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2024 14:16:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichte & Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Überlegungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><img width="1024" height="684" src="https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2024/06/n95vmlxqm2i-1024x684.jpg" class="attachment-large size-large wp-post-image" alt="two people shaking hands" decoding="async" srcset="https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2024/06/n95vmlxqm2i-1024x684.jpg 1024w, https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2024/06/n95vmlxqm2i-569x380.jpg 569w, https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2024/06/n95vmlxqm2i-768x513.jpg 768w, https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2024/06/n95vmlxqm2i-1536x1025.jpg 1536w, https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2024/06/n95vmlxqm2i-700x467.jpg 700w, https://www.thepersonalist.de/wp-content/uploads/2024/06/n95vmlxqm2i.jpg 1600w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></p><!-- wp:paragraph -->
<p><em>Das folgende ist eine zusammenfassende Überlegung zum Kapitel "Vertrag". </em></p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Der Vertrag ist eine Einigung zwischen zwei oder mehreren Parteien. Er hat zwei Elemente: Den rationalen Vertragsschluss als solchen und einen Inhalt, der irrational (emotional) geleitet ist. </p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Ein Vertrag erzeugt Schuldverhältnisse und dient als zwischenmenschlicher Stabilisator auf kurze oder lange Zeit. Ungeklärt bleibt seine Motivation: Wozu gehe ich einen Vertrag ein?</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die Privatautonomie hat lange Zeit das Politische ersetzt. Der Vertrag ist zur privaten Sinnfrage geworden; zum einen zur Bestätigung eigener Autonomie und zur Möglichkeit ewiger Befreiung. Er ist grds. unpolitisch, aber wo er seine Funktion als Sinngeber nicht mehr erfüllt (mangels Sinnlosigkeit) oder nicht mehr geschlossen werden kann (mangels Mitteln), hat er keine gesellschaftlich bindende Wirkung mehr. Der Niedergang des Neoliberalismus droht damit auch zum Niedergang offener Gesellschaften zu werden.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Vernunftproblem: <em>Ratio</em> und <em>emotio</em> werden getrennt. Daher haben ein gesellschaftlicher, demokratischer Wert keine Existenz im privatrechtlichen Vertrag. Stattdessen scheint (persönliche) Autonomie des Vertragsschlusses Voraussetzung von Demokratie zu sein: Liberalismus. Der Fokus weg vom Inhalt (emotio) des Vertrags ist <em>Verwissenschaftlichung</em>, die uns von der Welt entfremdet. (Die Erklärung der Welt wird Experten überlassen oder durch Studien und Gegenstudien verworren.) Was zur Erfüllung des Vertrags taugt ist Rationalität, weswegen es wichtig ist, die kognitiv / logischen Fähigkeiten zum Vertragsschluss und zur Vertragserfüllung zu besitzen. Es spielt dagegen keine Rolle, zu welchen Zwecken man Verträge schließt.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Dieser noch immer währende Dualismus von ratio und emotio ignoriert absichtlich die Motivation / desire unserer Entscheidungen. Es lässt diesen anderen, den motivierenden Teil unserer Vernunft im Dunklen. Wobei uns die Autonomie als Bedingung zur Möglichkeit zum Vertragsschluss schmeichelt: Hybris und Gottesgleichheit. Der freie Wille ist Bed z Mgl dieser Verantwortlichkeit. Damit wird er ‚von hinten herum‘ begründet. Tatsächlich liegt das Problem des freien Willens philosophisch darin, dass er Ursache ist, welche uns als machtvolle Entität hinstellt und gleichzeitig nicht solche Ursache sein kann. Denn er löst uns aus der Natur und entfremdet uns damit.</p>
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