Politik

hyporeal_dw_wirtsch_324420gIch verabscheue Nachrichten. Es sind zumeist ohnehin keine guten. Und die perfiden Schadenfreuden- oder Entgeisterungsgefühle bei Raub, Vergewaltigung und Mord sind längst übersättigt. Daher schaue ich gelegentlich mal, was die Politik so verzapft. In der Krise. (argh)

Eine Bank verstaatlichen!? Sogar durch Enteignung? Ja, warum denn nicht? Dann haben wir Volkseigentum und ich bin Gesellschafter einer Bank. Nicht schlecht. Daß wir damit faktisch dem Sozialismus angenähert sind, dürfte Lafontaines selbstgefälliges Grinsen erklären. Oder er belächelt seine Politikerkollegen, wie ihre Eskapaden, das alte neoliberalistische System zu retten, immer mehr an Würze bekommen.

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Willkommen im Krieg

Viel schlimmer als die äußere ist die innere, die psychische Homogenität, die sich in der Moderne ergeben hat. Vielleicht begann das schon mit Luther und seiner Übersetzung der Bibel: Die psychische Gleichschaltung durch einheitliche Medien. Damals war die Bibel das Standardwerk – wer konnte sich schon andere Bücher leisten? Menschen, die lasen, lasen diese und entnahmen den Zeilen die für ihren Geist von da an gültige Wahrheit.

Viel schlimmer als die äußere ist die innere, die psychische Homogenität, die sich in der Moderne ergeben hat. Vielleicht begann das schon mit Luther und seiner Übersetzung der Bibel: Die psychische Gleichschaltung durch einheitliche Medien. Damals war die Bibel das Standardwerk – wer konnte sich schon andere Bücher leisten? Menschen, die lasen, lasen diese und entnahmen den Zeilen die für ihren Geist von da an gültige Wahrheit.

Heute hat die Diversität der Medien zugenommen – gewaltig. Allerdings ist ihre Botschaft durchsetzt mit Gleichmachung – dem Setzen von Standards. Wir meinen (nicht nur) heute, den Normalzustand menschlichen Daseins zu kennen – und daher auch seine Abweichungen. Wir wissen, wann ein Mensch fett, wann einer häßlich ist. Wir meinen, gute von schlechten Produkten zu unterscheiden und qualitative Unterschiede zu bemerken zwischen diesem und jenem Wein. Besonders der Mensch als Individuum leidet darunter: Als Beurteilter und Beurteilender. Alles, was nicht dem gemeinen Standard entspricht, ist billig, häßlich, bemitleidenswert, lächerlich, abstoßend. Beim Anblick des Glöckner von Notre Dame schwanken wir zwischen Amusement und Ekel. Gemeiner Kitzel!

Menschen haben das falsche Aussehen, das falsche Parfüm, das falsche Alter, die falsche Größe, zu kleine Titten, zuviele Haare hier, zuwenig dort… Das Falsche existiert nur in unserem Geist. Äußerlich „ernstzunehmende“ Personen (Kleider machen Leute und Titten eine verführerische Frau), geben wir ihnen innerlich sympathisch Kredit. Die Enttäuschung wird umso größer ausfallen, wenn das Innere der Erwartung nicht entspricht.

Politisch entstehen die Probleme erst hier – beim Aufeinanderprallen von inneren Ansichten – für die jeweils die andere die Abweichung vom Normalzustand darstellt… Willkommen im Krieg.

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Steuer-ID

Idee am Rande: Da ich meinen Papierkram öfter mal verlege, habe ich etwas Bammel davor, daß ich meine neue Steueridentifikationsnummer mal verlege. Was dann? Da kommt die Idee in’s Spiel: Eine Tätowierung, z.B. auf dem Hinterkopf, oder den Arm, wäre doch verlegungssicher. Ich glaube, die Nazis (nicht nur die deutschen), hatten so eine Idee schon vor mir.

Naja, vielleicht schlage ich das unserer Regierung mal vor. Man könnte diese Nummer ja auch universell verwenden – in Verbindung mit meinen Fingerabdrücken und meinem Retina-Muster wäre das ein totsicheres Ding. Interessanter Nebeneffekt wäre dann – im Hinblick auf den effizienten Datenhandel in Deutschland – die optimale Produktplatzierung. Beispielsweise kann Amazon so viel besser herausfinden, was für Bücher ich lese (falls überhaupt). Sofern Bücher dabei sind, die „ideologisch zersetzende“ Schlüsselwörter enthalten, könnte Amazon diese Bücher-ISBN-Nummern mit meiner Steuer-ID an das Bundesministerium für Inneres schicken, wonach sofort unter meiner Steuer-ID ein Eintrag in der Mega-Datenbank unser aller Leben erfolgt.

Social networking ist ja nur der spielerische Anfang eines cleveren Algorhytmus, der aus (m)einer Persönlichkeit ein Profil erstellt, welches ja manchmal mehr weiß, als das Subjekt selbst.

Übrigens: Amazon, bitte verzeih mir, daß ich gerade dich gewählt habe … Du bist nicht allein.

Lieber rot als tot?

Naja, lieber alles als tot. Grundsätzlich erstmal. Die Kanzlerin mörtelt Steine auf RWE-Kohlekraftwerke, die olympischen Spiele sind von zynischem Bewußtseim um Betrug, Doping und  ideologischer Verbrechen eines Staates umwoben (gewesen)… Klima hier, Klima da – irgendeiner wird sich schon kümmern. Im Klartext: Keinen interessiert’s. Und die Amerikaner lassen sich aktuell von Veteranengeschichten eines Tattergreises einwickeln – weil’s ja das patriotische Bewußtsein anspricht. (ein Deutscher steckt wohl in jedem. ) Es reißt nicht ab.

Irgendwie habe ich gerade das Gefühl, daß man einen Fluß von Idiotie einfach nicht aufhalten kann – er sucht sich eben seine Wege…

Ich hatte es schonmal geschrieben – wir sind – im globalen Maßstab – Kinder. Aber was bringt diese Erkenntnis? Nur wieder ein Mahnen mit dem „Zeigefinger“. Jedenfalls geht mir die Meinungsmache über den „Klimawandel“ tierisch auf den Sack. Das ist doch nichts Neues. Gut: Ein Bewußtsein schüren, bevor es zu spät ist (wann ist es das denn?) kommt schon gut. Allerdings – und da kommt das zynische Element – wird „Klimawandel“ doch ohnehin nur von windigen Geschäftemachern ausgenutzt.

Die Menschheit ist einfach zu egozentrisch, als daß sie sich einen Dreck um das Klima kümmern würde. Die wenigen (idealistischen) Menschen, den ich Unrecht tue, bitte ich um Verzeihung. Und setze das große ABER: Aber was soll die Lösung sein? Wer nicht hören will, muß fühlen? I’m afraid so.

Sparen wir mal am Sprit: – wollten wir schon Ende der 80er, sogar Anfang der 70er. Die 3-Liter Autos auf den Messen 1988 hat keiner für voll genommen. VOLL kriegen wir noch jeden Tank. Und wenn man für 20 Euro tankt, bleibt der Preis ja immerhin derselbe. Hmmmm…

Windparks? Da könnte ich mich gleich aufregen. Daher lasse ich das Thema – das ist per se schon Umweltverschmutzung…

Solarenergie? Ist ja alles irgendwie. Löst das Problem nicht, daß Energie am Ende zu thermischer Energie wird und ebendas bleibt. Treibhaus…

Kühe? Ja, die lassen öfter einen fahren. Die zu töten löst das Problem auch nicht, weil die zunehmende Zahl der Vegetarier (die angeblich mehr Winde fahren lassen) das dann ausgleicht. Naja, theoretisch entfährt bei Vegetariern ja nur soviel CO2 wie die Pflanzen in ihrem Magen einst aufgenommen haben. Könnte gehen…. hatte ich aber auch schon.

Ach ja: Biosprit. Die Ökos, welche sich als solche begreifen und auf Biosprit setzen, sollten das nochmal genau überdenken. Das ist eher ein betriebs- oder volkswirtschaftliches Element: Neue Quellen für Energie aufzureißen hat nichts mit CO2-Ausstoß zu tun. Energie bleibt Energie. Öko oder Bio oder fossil.

Energiesparlampen. Nullsummenspiel. Sind in ihrer Herstellung so aufwendig, daß man wahrscheinlich bloß die aufgewandte Energie spart innerhalb von zwei Jahren. Warum nicht gleich Lichtemitterdioden? Bruchteil vom Preis, Bruchteil der Energie. Welche verdammte Energiesparlampen-Lobby beeinflußt die Medien schonwieder?

Ääähhh…

Das Schlimme am Erwachsensein ist, daß einem niemand mehr aus Erfahrung sagen kann, welches Verhalten ein Fehler ist. Und nur aus Erfahrung können wir lernen. Das hat die Erfahrung ja bewiesen. Auch wenn – wie Sokrates meint – kein wahres Wissen aus Erfahrung, sondern aus der Vernunft entspringt; es hat keinen Zweck, diese Prämisse umsetzen zu wollen. Einfach zuviele Knalltüten.

Die erwachsene Menschheit verharrt im Kindheitsstadium. Und das Kollektiv ist planlos. Nur innerhalb desselben schwingen sich diese oder jene politisch auf und bestechen mit militärischer und / oder wirtschaftlicher Macht. Da (*gähn*) regiert das Prinzip der Gewinnmaximierung. Wissen wir ja. Wenigstens Politiker und Unternehmer haben einen Plan. Einen eigenen. Wir wissen, was wir „müssten“, wenn wir … und so weiter. Wir „müßten“ den CO2-Ausstoß verringern und müßten mal Energie sparen. Außerdem müßten wir mal bei uns anfangen. Aber … solange ich das Ozonloch nicht sehe, kann es mir ja egal sein.

Unsere Eltern haben uns vor existentiellen Fallen verschont; haben es zumindest versucht.  Und immer wieder hebt die tonangebende Generation ihre Zeigefinger und tut so, als wüßte sie, was gut für UNS ist. Weiß sie nicht. Alles, wirklich alles, ist ein Prinzip des „sit and wait“ – mal sehen, was rauskommt. Zugeben darf das kein Politiker – zuviel Unsicherheit machte sich breit.

Halten wir also mal fest: Wenn man kein Verschwörungsfanatiker ist, sieht man, daß wir alle in einem ziellosen Boot treiben. Nur im Boot selbst hat jeder seine eigenen Interessen – und die beeinflussen den Kurs. Zu abstrakt? Von mir aus… Diese Art von fatalistischem Zynismus taugt sicher nicht, einen Staat zu führen. Er gibt keine Lösungsvorschläge und weckt kein Vertrauen. Was soll dieser Text dann?

Nur ein wenig die Augen öffnen.