Binsenweisheit: Wie man nicht wird, was man ist

Zynismus - und die Selbsttäuschung (die unbewußte) über das eigene Ich, nämlich das konventionelle Ich: Selbstanschauung des Ich kann zur Selbstkategorisierung führen. Das ist dann zu spät, denn man unterwirft sich unter die Anschauungen anderer und unter eine Gruppenmoral. Beispiele? "Christ", "Zyniker", "Arzt", "Jurist" ... Alles Begriffe, hinter welchen eine Anschauung der Person steckt, ein Wert. Wenn man wird, was man ist, durch sein gesellschaftliches, konventionelles Ich, dann ist man am Arsch.  Die Kunst liegt gerade in der (bürgerlichen) Kunst, dieses Ich abzustreifen, um sich selbst zu sein. Tja, und wer kann das schon?

Selbstentfremdung

"Die weitaus meisten Menschenleben werden durch Selbstüberforderung vernichtet [...] Unser Bewußtsein hat sich im Laufe einiger Jahrhunderte sehr verändert, unser Gefühlsleben sehr viel weniger. Daher eine Diskrepanz zwischen unserem intellektuellen und unserem emotionalen Niveau. Die meisten von uns haben so ein Paket mit fleischfarbenem Stoff, nämlich Gefühle, die sie von ihrem intellektuellen Niveau aus nicht wahrhaben wollen. Es gibt zwei Auswege, die zu nichts führen; wir töten unsere primitiven und also unwürdigen Gefühle ab, soweit als möglich, auf die Gefahr hin, daß dadurch unser Gefühlsleben überhaupt abgetötet wird, oder wir geben unseren unwürdigen Gefühlen einfach einen anderen Namen. Wir lügen sie um. Wir etikettieren sie nach dem Wunsch unseres Bewußtseins. Je wendiger unser Bewußtsein, je belesener, um so zahlreicher und […]