Being Greta Thunberg

Greta Thunberg wird zur Inspiration vieler. Bei der Wahl von Kindernamen, liegt ihr Name ganz weit vorne. Recherchiert man, was Thunberg’s Kampagne tatsächlich bewirkt, stößt man auf Ernüchterndes.

Greta Thunberg
Greta Thunberg, CC BY-SA 4.0

Künstler und Kabarettisten verweifeln an ihrem Publikum und nehmen unbestimmt lange „Pausen“ von ihren Auftritten. Greta Thunberg scheint unermüdlich, reist, redet, wird zornig, bricht mitunter in Tränen aus. Wie lange noch?

Wann resigniert sie aufgrund der Tatsache, daß ihr niemand zuhört? Greta wird zum Kult und zur Galleonsfigur von Haßkampagnen. Sie ist ein Beispiel, wie kulturelle Dynamiken von statten gehen. Zunächst ein Thema, dann ein Mensch, der zum Sinnbild wird, denn homo sapiens fabuliert gerne. So, wie Gottesgleichheit erzeugt wird, wird Greta’s Gesicht zu „Klimawandel“. Klimawandel wird Greta. „Du sollst dir kein Bild machen!“ ist Warnung und hohle Floskel, denn wir machen uns Bilder. Ganz einfache.

weiterlesen

A deal is a deal.

Fair trade, laissez faire, fair deal. Menschenleben haben nichts mit Fairness zu tun. Live is hard, aber dann bitte nicht beim Geschäftemachen bescheißen. Ganz wichtig, wie amerikanische Filmmoral aufzeigt.

Ein Kopfgeldjäger kommt in den Ort. An seinem Pferd schelift er drei Leichen hinter sich her. Er war erfolgreich. Vor der Station des Sheriffs macht er halt, bleibt auf seinem Pferd sitzen und sieht sich drei Leuten gegenüber. Sheriff, Bankier, Bodyguard.

Zwar erklärt der Sheriff, daß er die Arbeit des Kopfgeldjägers respektiere. Süffisant schiebt der Bankier ein, daß die einhundert Dollar Belohung leider nicht in Frage kämen. Der Anspruch sei sozusagen verjährt. Der Zuschauer erkennt die Fadenscheinigkeit der Argumentation des dreisten Geschäftemachers und ist gespannt, wie es weitergehen wird.

weiterlesen …

Einsichten sind gut, aber sie genügen nicht. Es muß begeistern. Tesla bedient die Klischees vom Silicon Valley und zeigt, daß die klassischen Verkaufsargumente zählen: PS, Beschleunigung, Coolness.

Sein Var war ein Zinksarg, seine Mutter ist Elon Musk. Der „unveiling event“ des Cybertruck ist eine Steilvorlage aus einem Mike Judge-Film. Das Interessante an e-Mobilität offenbart sich hier: Es ist eine Marketingschlacht, die nicht mit Umweltgesichtspunkten geführt wird, sondern mit dem Vergleich: Der Wuchtigkeit, dem bösen Blick, den PS, der Beschleunigung.

Daß Elektromotoren eine höhere und direktere Beschleunigung als Ottomotoren besitzen, ist keine Neuigkeit. Wir brauchen Trucks, PS und Renommé. Eine gute Strategie für die Einführung von jeglicher politischer Änderung. Coolness.

Wenn es gesagt wird, muß es disputiert werden. Die Grenzen der Menschenwürde sind fraglos. Aber das Argument, daß Meinung hinter der Menschenwürde und dem Humanismus zurückstehen muß ist sinnleer. Darüberhinaus ist es schädlich für eine freiheitliche Grundordnung: Wer sich menschenfeindlich ausdrückt, muß sich verantworten und nicht zum Schweigen gebracht werden.

This may be the first one of a series. No comment, if I can cope..

Zynisch ist nicht die Fortführung eines alten Paradigmas, nämlich Freiheit aus Arbeit, sondern die Tatsache, daß kein Politiker an die Möglichkeit zur Vollbeschäftigung glauben kann.

Ich möchte nicht alt werden. Zumindest nicht in Deutschland. Schade eigentlich, denn dort bin ich geboren und aufgewachsen. Das war aber eine andere Zeit, eine andere Welt. Heute haben wir die schwächelnde Herrschaft einer CDU, die nicht mehr weiß, ob das „C“ für „Christlich“ oder „Commerz“ steht und dazu eine SPD, die sich vor Jahren selbst demontiert hat.

Die Grundente mit der Bedingung, mindestens 35 Jahre Beitragszahler sein zu müssen, wirkt atavistisch. Es ist tatsächlich zynisch, wie ein Gesetz zynisch nur sein kann. Aus seiner Verantworung für die Rente hat sich der Staat schon vor Riester klammheimlich verabschiedet. Stattdessen stopfen Betriebsrenten und Privatvorsorge Löcher, die es in einem Sozialstaat (Art. 20 GG) gar nicht geben dürfte.

Politikwissenschaft

Ich höre in den politischen Nachrichten nur zwei Dinge:

“Ich fordere, ich fordere…”

und irgendwann, später, keinen Kommentar.

CO2 Emissionshandel hat sich seit jeher als wirkungslos erwiesen. Klar, dass Friedrich Merz als Avantgarde der freien Wirtschaft dieses wirkungslose Mittel der Bundesregierung zum Klimaschutz lobt. Alles weiter wie gehabt?

Zum Klimapaket der Bundesregierung #2

Der Herr Friedrich Merz warnt vor radikalen Lösungen bei der Klimapolitik“:

 „Die Alternative wäre eine beispiellose Deindustrialisierung unseres Landes, die Millionen Arbeitsplätze gefährden und die Spaltung unserer Gesellschaft dramatisch vertiefen würde.“

Friedrich Merz‘ Kommentar zu Klimabeschlüssen der Bundesregierung

Es war nichts anderes zu erwarten von einem Wächter des finanziellen status quo. Merz, das ist inzwischen bekannt, ist Aufsichtsrat der US-Amerikanischen Investment BlackRock, die inzwischen 6.84 Trillionen US Dollar „managed“ (Quelle: Google).

So verwundert Merz‘ Lob an der Bundesregierung nicht, welche mit der Erneuerung ihrer Absicht, durch Besteuerung von CO2-Emissionen bzw Emissionshandel eine Leiche fleddert. CO2 Emissionshandel ist seit den 1960ern als Idee existent und hat sich als ineffektiv bewiesen. Insbesondere durch die Tatsache, dass man damit weiterhin Klimaschutz der spekulativen Natur des „Marktes“ überläßt. Man muß keine Experte in irgendeinem Bereich sein, um zu erkennen, wie sehr das einen alten Haudegen im Sinne Friedrich Merz freut. Denn für ihn heißt das: Profit bis zum Tag des jüngsten Gerichts.

Bahn vs Flugzeug

Ist uns Geschwindigkeit beim Reisen wichtigstes Argument? Wie steht es um unsere Reisekultur? Fragen, auf welche dieser Text keine Antworten gibt.

Zum „Klimapaket“ der Bundesregierung, #1.

„So lange man mit dem Zug über sechs Stunden von Dresden nach Düsseldorf braucht, bringt eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets nichts“

Michael Kretschmer, Sachsens Ministerpräsident

Das impliziert die Annahme, dass Zeit das Nonplusultra des modernen Deutschen ist. Wieso, Herr Kretschmer? Ist es notwendig, Transport schnell und „effizient“ zu machen? Wozu die Prämisse von Geschwindigkeit, wenn andernorts von „Entschleunigung“ als Bezwinger der großen „Volkskrankheit“ Streß geredet wird?

Es entstehen einige Fragen bei Betrachtung der Strecke Dresden-Düsseldorf: Wozu reist man von hier nach dort? Wie oft? Ist Eile wichtiger als Komfort (Ein- und Aussteigen, Sitzplätze Flugzeug vs. Bahn)? Nimmt Herr Kretschmer (zu Recht) an, die Deutschen seien unfähig, Vergleiche zwischen Bahn und Flugzeug im Sinne der Energieumsetzung zu ziehen?

Herr Kretschmer ist, wie die übrigen Politiker, archaisch, was seine Paradigmen anbetrifft. Wohlstand durch Arbeit, der Trickle-down-Effekt, Arbeitsplätze, etc. Man kann seine Denkweise nachvollziehen. Doch es kommt nicht auf Politiker an, sondern auf jene, welche tatsächlich den Zug von Dresden nach Düsseldorf nehmen, anstatt eines Audi A8.

Vermögen.

Liebe AfD-Wähler.

Es ist verständlich, dass ihr frustriert seid, besorgt, euch tatsächlich verarscht fühlt. Das geht mir genau so. Schon Helmut Kohl hat geschwindelt, als er von blühenden Landschaften sprach und hernach die Vermögenssteuer senkte. Dann kam Goldkettchen-Schröider. Ein astreiner Politik-Dandy, strotzend vor Eigennutz. Der hat einen auf dicke Hose gemacht, Schuhe, Anzug und Zähnegezeigt und wollte „ne Flasche Bier, sonst streik‘ ich hier“. Der Mann war Anwalt. Der hat in seinem Leben nie zu streiken auch nur gedacht. Von ihm kam Hartz IV, dessen Auswirkungen alle Deutschen kennen. Vor allem jene, die das beziehen. Ihr seid tatsächlich Menschen zweiter Klasse! Allerdings gehören da auch Ingenieure und Oberärzte hin. Jene Klasse, die den Steuer- und Sozialgesetzen gehorchen muß und die Steuern bezahlt. Wer Hartz IV bezieht, zahlt 19% Mehrwehrtsteuer. Wer arbeitet und gut verdient, zahlt den Spitzensteuersatz von 45%, also runden wir’s mal die Hälfte vom Einkommen. Die Steuern, die man auf Kapitalertrag bezahlt, also auf alles das, „was für einen arbeitet“ – nämlich grundsätzlich Geld, ist ein Viertel vom Hundert – also zirka die Hälfte von dem, was jemand von seiner Hände Arbeit abgeben muß. Wo man ohne Arbeit Gewinn anhäufen kann, beginnt die „Erste Klasse“, wo Sozial- und Arbeitsgesetze eine komplett andere Wirkung entfalten.