Semi-Hipster-KI-Vorschläge

Da habe ich doch neulich eine KI-Werbung gesehen. Keine von Künstlicher Intelligenz generierte Werbung, was eine von dreien ist inzwischen. Im Clip sitzt ein junger Kerl in seinem Campervan (alternative Mütze auf der Rübe, fransigen Bart, aber sonst gepflegt) und schaut aus dem Rückfenster. Oder eher auf das Rückfenster. Jemand redet mit ihm und ein Smartphone kommt zum Vorschein, darauf ein Ausschnitt jener leeren Heckscheibe, auf welche plötzlich irgendeine Gardine aufgezogen wird. Linkerhand irgendwelches Gebammel, eine Lampe oder so — ich weiß es nicht mehr….  Aber woran ich mich erinnere, war mein Eindruck von der Szene. Nachdem ich kapiert hatte, dass die KI unserem Semi-Hipster Vorschläge zur Einrichtung seines rollenden Domizils gemacht hatte. Ich erinnere mich an meinen ersten Van. […]

Weiches Fleisch

Nehmen wir mit Greg, oder Gregor. Greg nennen ihn nur die Leute in der schicken Wohnanlage mit Schranke vor der Einfahrt. Gregor hat eine Weile auf der Strasse gelebt. Das war nicht einfach passiert — es war ein Prozess. Anfangs war er bei Tanten und Großtanten aufgeschlagen, um ein paar Nächte zu verbringen. Er hatte es nicht lange ausgehalten. Seine Klarheit darüber, wie entfremdet die Familie sein kann, ließ ihn sein Zeug packen und abhauen. Zu Freunden, wo er vorsichtig war, weil er das Gefühl hatte, freundlich sein zu müssen. Weil Freunde eben doch keine Familie waren. Es zog innerlich an ihm, wenn er ihnen etwas Lockerheit vorspielte. Er sei nur gerade in der Gegend. Das ging natürlich nicht lange […]

Ach, Internet hat doch keine Zukunft

"Ach, Internet, Internet - wenn ich das immer höre. Das hat doch keine Zukunft!" So heisst es in einem Film vom Komikerduo Elsterglanz. Diese Zukunft wurde in den 1990er Jahren verloren. Zumindest wenn man Zukunft offen lassen möchte, so wie man eine Gesellschaft in ihrer Entwicklung offen halten sollte, um von Demokratie zu sprechen. Die frühen Hacker, die Raver, die ... haben sich zu sehr vom Establishment befreien wollen übersehen, dass fundamentale Rechte und Institutionen, wie die der checks and balances - der Gewaltenteilung - behaltenswert waren. Dass es nicht um die Befreiung vom Staat ging, sondern von denen, die den Staat gegen den gemeinen Bürger aufbringen. War es in den 1980ern und 1990ern die neoliberale Agenda, die sich in Lobby und […]

Depressiver Realismus [fragment]

Ein Arbeiter läuft einsam über Beton auf eine Fabrik zu. Ein depressiv-realistisches Bild. Ich frage mich, wieso ein Mensch das tut. Ich kenne die meisten Antworten: weil es so ist, weil man muss, weil man "Verantwortung" hat für die Familie... Meine Antworten: Nichts ist wie es ist, wenn man sich selbst daraus zurück zieht. Man muss nur sterben. Wie kann man Kinder bekommen, wenn sie das gleiche öde Dasein erwartet? Sicherlich tun wir alles, damit sie "es mal besser haben" und damit wäre der Punkt ja schon erwiesen: Man selbst könnte es besser, man müsste es besser haben.  Zustimmung dazu, dass die ewige Anstrengung für einen selbst unsinnig ist. Dass sie nichts als Hoffnung ist, zumindest den Kindern ein besseres Leben zu […]

Wir brauchen mehr Kneipen [fragment].

Ich sehe den freie Willen als eines der entscheidensten Probleme der Gegenwart. Es ist die Frage nach unserer Selbstwahrnehmung. Und der Umstand einer pervertierten Aufklärung, die Zustand ist, also tot. Nach ihr sind wir autonome Wesen, gottesgleich durch originären Willen. Nach ihr ist die Person zu Vernunft fähig, weil sie einen eigenen Willen hat - und nicht, weil sie vernunftbegabt ist. Was von Vernunft übrig geblieben ist, ist die Möglichkeit, den eigenen freien Willen in einer Willenserklärung zu äußern. Aus Willenserklärungen werden Verträge, aus ihnen ensteht Schuld. Sie bedeutet Dissonanz mit der Perspektive, sich ihrer zu entledigen. Sie ist Motivator der rationalen Vernunft und hier endet unsere gegenwärtiger Vernunftbegriff. Der eigentliche Ursprung einer emotional-neuroplastischen Entscheidung wird nicht hinterfragt. Wir sind […]