Eine ziemlich flache Ansage so einer profilierten Dame. Ihre Lösung ist nämlich, Pharmaunternehmen mittels Steuergeldern Anreize für schnellere Produktion der Impfstoffe zu geben. Sie glaubt eben nicht an das gute im Menschen, die Frau Schnitzer.

So titelt die Süddeutsche über Professorin Monika Schnitzer, einer von der Bundesregierung um Rat gebetene Wirtschaftsweise. Was sollen wir tun? lautete die Frage der Regierung. Und Frau Schnitzer hat geantwortet:

„Die Politik solle ihre Anstrengungen erhöhen, um die Entwicklung zu beschleunigen […].“

Süddeutsche Zeitung, s.u

Das ist eine ziemlich flache Ansage so einer profilierten Dame. Ihre Lösung ist nämlich, Pharmaunternehmen mittels Steuergeldern Anreize für schnellere Produktion der Impfstoffe zu geben. Sie glaubt eben nicht an das gute im Menschen, die Frau Schnitzer.

„Eine Möglichkeit wäre, ein hohes Preisgeld für einen Corona-Impfstoff auszuloben, das Unternehmen dann aber zu einer kostengünstigen Lizenzierung an andere Unternehmen zu verpflichten. So könnte der Impfstoff rasch weltweit produziert werden.“

Süddeutsche Zeitung, s.u

Stattdessen wäre es schön, darauf vertrauen zu können, daß es diese „Gemeinsamkeit“ und dieser „Zusammenhalt“ (Fäuste geballt!), den vielerorts deklamiert wird wirklich gibt! Aber eine Frau Schnitzer fällt auf solche Tagträumerei nicht herein. Europa ist beispielsweise bei ihr „wirtschaftlich eng“ und aus „Solidarität“ ist auch noch was herauszuholen. Sie ist Realistin. Eine von jenen die sicher auch Sätze sagt, wie:

„Es ist eben, wie es ist.“

Artikel in der Süddeutschen, 4. April 2020

Empirie, Emotion, Covid-19?

Der Corona-Virus 2019 hat natürlich die gleichen Konsequenzen. Die Fronten haben klare Linien ausgebildet. Dr. Wodarg gegen Prof. Dr. Lesch stehen hier im Duell:

Municipal Archives of Trondheim from Trondheim, Norway / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Es muß jeder Stimme Gehör gegeben werden. Es ist erstaunlich, wenngleich nicht verwunderlich, daß allerseits die Frage aufkommt, ob der „Corona-Hype“ nicht irgendwo zentral gesteuert wird. Die Staaten übten sich in Übertreibung, wenn es um ein lange bekanntes Virus gehe, etc. Selbst die abstrusen Theorien einer Illuminaten-Verschwörung, wonach von einer geheimen Weltregierung ein neues Chaos verursacht wird, um gewisse Ziele zu erreichen, haben doch die gleiche Prämisse:

Wer profitiert davon?

Diese Frage scheint die überwiegende Ursache von gegenwärtigen Diskussionen, ist sie doch charakteristisch für das moderne Paradigma simplen Profitdenkens. Chaos nutzt; vor allem jenen, die es kontrollieren. Aber ist es überhaupt möglich, Chaos zu kontrollieren? Man spräche den „Illuminaten“ übermenschliche Kräfte zu. Über die vergangenen Dekaden ist deutlich geworden, daß sich anscheinend komplizierte Vorgänge auf simple Kausalität zurückführen lassen: Die causa aller Politik ist jene allen Wirtschaftsdenkens, das Profitstreben. Menschlich, allzumenschlich. Von dieser Konklusion läßt sich auf sämtliche Prämissen ableiten. Ein deduktiver Syllogismus.

Einige Beispiele: Das deutsche Mautvorhaben hatte die Intention, privaten Firmen auf Staatskosten Aufträge zu verschaffen. Die Sparziele der Bundesregierung betrafen das Sozialsystem, nicht die Kapitalerträge, denn Zinsen werden bezahlt. Die USA führen Kriege weniger um demokratische Werte, als um Öl, etc., etc.

Was hat das aber mit der aktuellen Pandemie zu tun? Ist es denn eine? Werden Pandemien „gemacht“? Die Beantwortung dieser Frage ist jedem selbst überlassen. Doch hier wird ein altes Problem angeschnitten: Die menschliche Existenzfrage i.w.S., deren Fragen Immanuel Kant formuliert (Was kann ich wissen?, Was soll ich tun?, etc.), doch leider nicht „alltagstauglich“ beantworten konnte. Der Mensch läßt das Kindesalter hinter sich, doch die Fragen nach dem Kommenden werden mit dem Erwachsen-Sein nicht beantwortet. Ebensowenig mit abstrakter Philosophie. Man wendet sich lieber etwas zu, daß eine konkret positionierte Wahrheit postuliert: Kirche, Familie, Arbeit, Ideologie… Der Aufstieg politischer Demagogie demonstriert das auf eindringliche Art, wenn Arbeit zu einem immer weniger verläßlichen Faktor von Sinnfindung wird.

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I have tried to follow Mr Hoskins simple logic on why an UBI is not a good idea. One of his arguments is that UBI would be squandering the money on (rich) people who do not need it. However, at the same time he condones the fact that people in need shouldn’t get anything either. Logic of reverse conclusion obtrudes. This is a fine example of the ultimatum game where Hosking sees himself unfairly treated. Interestingly is he one of those who might not need an UBI.

If one mind is speaking about “not losing our minds” it may as well prove a very narrowed point of view of the same. Mike Hosking is eagerly bashing an outspoken pondering about an universal basic income (UBI) by finance minister Grant Robertson. 

Hosking is defending the status quo of an economic system that resulted in dramatically reduced healthcare in many places in the western world such as Italy. Before the financial crisis Italy’s spendings on health care was on the same level as Germany’s. Since then, the spending has declined by 32% as a result of European politics. These politics aimed at privatisation of the health system, pushing responsibility away from the government to the market. This resulted in less intensive care units, in fact from 10 beds per 1000 inhabitants to a mere 3. The Italian government went this way in order to pay back debt. This is a result if the state gives up control over essential services. A point that Mike Hoskins apparently supports when he states that “it’s about the control by the state, it’s about everyone being reliant on the government.”

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Die Lösung der meisten Staaten ist keine neue: es soll mit Geld geholfen werden. In der Essenz bedeutet das neue Verschuldung von Staatskassen durch das Aushändigen von Steuergeldern an seine eigenen Leistungsträger. Wollen die Staaten eine weitere Inflation vermeiden, so fragt sich wann und wie dieses Geld wieder erarbeitet werden soll. Und die Frage scheint überflüssig, durch wen dieses Geld wieder erarbeitet werden wird. Momentan bleibt das System von Kapitalakkumulation nach oben durch „Finanzspritzen“ erhalten: Eigentum verpflichtet noch immer nicht, sondern wird weiterhin garantiert durch den Fluss von Steuergeldern zum Erhalt des Status quo, wie Miete und Überbrückung von unternehmerischen Ausfällen.

Ein Kommentar in der DW (Deutsche Welle) warnt vor den Folgen der Viruseindämmung um jeden Preis. (https://flip.it/LBuoPw)

Dort wird Francis Bacon zitiert, wonach das Heilmittel schlimmer sein kann als die Folgen. Der US-Präsident faßt diese Haltung in seinen jüngsten Äußerungen zusammen. Doch auch tatsächliche Experten üben Kritik an Isolationsmaßnahmen zur Deckelung der Virusverbreitung.

“We put a lot of weight on saving lives,” said Casey Mulligan, a University of Chicago economist who spent a year as chief economist on Mr. Trump’s Council of Economic Advisers. “But it’s not the only consideration. That’s why we don’t shut down the economy every flu season. They’re ignoring the costs of what they’re doing. They also have very little clue how many lives they’re saving.”

Es wird verhohlen eine Rechnung aufgemacht, die sich niemand zu publizieren wagt. Eine Aufrechnung von Menschenleben.

Es wurde und wird immer von drohenden Wirtschaftskrisen geredet. Wie ein Damoklesschwert schwebt dieser Begriff jedes Mal, wenn es um die Verteidigung des status quo economica geht, als ultima ratio über den Köpfen westlicher Gesellschaften. Jetzt aber liegt der Focus einzig und allein auf sozialer Distanz und angemessenem Sozialverhalten aller. „Alle“ bezeichnet die Gruppe gefährdeter Individuen, den Menschen an sich also, losgelöst von sozio-ökonomischem Status. Momentan erhören Regierungen die Wissenschaft. Es herrscht eine Zeit der Unsicherheit, wo Analysten und Wirtschaftswissenschaftler nichts beizutragen haben, sondern Mediziner, Pflegekräfte, Paketauslieferer, Lkw-Fahrer, etc.

Inzwischen scheint alles Wirtschaftsdenken neben der Verminderung der Ansteckung durch das Coronavirus Covid-19 nebensächlich. Die wirtschaftliche Not in der Konsequenz seiner Eindämmung wird natürlich nicht ignoriert. Der Stillstand gefährdet ein System, welches auf permanente Bewegung von Arbeit, Ware und Kapital ausgelegt ist. Der globale Kapitalismus ist wie ein Neutrino: ohne Geschwindigkeit existiert er nicht.

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Unsere Helden

Wir feiern nun Krankenpfleger und Ärzte. Wir feiern immer diejenigen dann, wenn wir sie brauchen.

Manfred Weber (CSU) versteht nichts von Recht

2015 darf sich nicht wiederholen, meint Weber. Es klingt, als sei eine Plage in Europa eingefallen, als wäre der Kontinent veramt, als sei er in sich zerfallen, nachdem Flüchtlinge regellos über die Grenzen gekommen sind. Deutschland hat die AfD und die CDU perfekte Steilvorlagen. Weber’s Argumente sind flach, zirkelschlüssig und reaktionär.

European People's Party / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Wer vom „kultivierten Westen“ redet, zieht eine klare Grenze. Das machen Konservative oft und gerne, so wie Manfred Weber (CSU), dessen geistige Grenzen in den Tagesthemen vom 02.03.2002 klare Umrisse zeigen. Jenseits des Westens (oder Bayerns?) bleiben die Unkultivierten übrig. Und „Erdogan hat sie mit falschen Informationen dorthin (nach Lesbos, Griechenland) gelockt.“

Das paßt Manfred Weber nicht, was sein gutes Recht und seine Pflicht als CSU Mitglied ist. Seine Argumentation bleibt allerdings sogar hinter der Qualität eines politisch Interessierten zurück, wenn er konstatiert:

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New Zealand Housing market crisis explained by a property investor.

There’s not much to say about the New Zealand housing market other than it’s unaffordable. New Zealand property is currently among the most unaffordable in the world. Period. Why? Well, that’s another story.

Here is the voice of the Property Investors Federation chief executive Andrew King. Confronted with one of the reasons why property get’s more and more expensive, which is speculation, he answered that he didn’t believe investors are pushing first-home buyers out of the market. His reasoning in the following. With comments.

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Diese Gesellschaft

Das Erfolgskonzept von Wachstum scheint bisher aufzugehen. Deswegen bildet die Gesellschaft junge Menschen heraus, statt sie zu aufzuziehen. Wer gleich einer Kletterpflanze dem Pfad der Bildung folgt, wächst schnell dahin, wo der Erfolg wartet. Pflänzchen, die in andere Richtungen sprießen, werden zurechtgestutzt und ihre Energie reicht mehr, um in die Höhe zu wachsen. Wobei der Begriff Höhe eine gesellschaftstheoretische Definitionsfrage ist. Wie kann so Individualismus bestehen?

Ich denke, daß sich die Gesellschaft verrannt hat. Besser ausgedrückt, die menschliche Psyche. Selbst wenn 2019 das Jahr der statistisch höchstentwickelten Menschheit war, bleibt der Begriff “Entwicklung” einer Definition schuldig. Statistisch jedenfalls, gab es nie weniger Armut (10% im Vergleich von 40% 1981), nie weniger Kindestode, nie weniger Krankheiten. 

Dennoch scheint das Zeitalter kollektiver und medialer Hysterie begonnen zu haben. Es sind weniger die Inhalte, sondern vielmehr schierer Überfluß an Information, welche psychologischen Wirbel verursachen. Diese Information ist hoch getaktet, verdichtet, kopiert. Der Fokus des Subjekts wird zum Objektiven, nach Außen, gezogen. Die Massenmedien vor dem Informationszeitalter sind sozusagen die Urgroßeltern des modernen Informationsnetzes. Die einfache Erreichbarkeit von Millionen von Individuen hat Magie, welche der Mensch schwer widerstehen kann. Medien sind manipulativ. Seit Luther wird verkündet, daß in Arbeit Glückseligkeit liege. Als ob der Mensch im Grunde faul wäre! Die Perspektive des Subjekts wird auf seine Situation gelenkt, in Himmel oder Hölle verweilen zu müssen, in gut bezahlter Arbeit oder in der Gosse. Innere Motivation, eine eigene, selbstverantwortliche Aufgabe zu leisten (Kant), verliert den Fokus. Es fällt jedenfalls auf, wie schwach das fragile Geflecht von Vertrauen in die Motive und das Vermögen in Mitmenschen ist. Als würde es von einer wirren Art von Individualismus zerfressen. Als sei Arbeit Pflicht. Eine vielversprechende Erklärung dieses Individualismusverständnisses bietet elementare, existentielle Angst und ihre Befeuerung.

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White Island – do we care?

While the world kept turning for 8 days, about 20 humans in Ukraine died from stepping on land mines, 210 people died from being shot in the US, 65 civilians died in Syria, about 70,000 children died of hunger. It is not in the spirit of humanity to weigh lives agains each other. These numbers are merely to illustrate the medial focus we put on issues and problems and how journalism has deteriorated.

Let’s be honest. We do not empathise anymore with the tragedy that happened on the White Island volcano last week. Neither does the media. The dead toll has risen to 17 now, while the news do not stop sending out all the same images again and again with varying wording beneath.

Whether it is a newly emerged video (i.e. a new cut of them) or that the military is going in to recover the bodies. It’s been the highest priority, one newspaper writes, to get the bodies safely home. Australia mobilises military planes, etc. etc.

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