Was ist ein "Befreiungskrieg"?

Der Gesellschaftsvertrag ist kein Konstrukt der Freiheitsverteidigung, im Gegenteil. Auf seiner Grundlage werden Freiheitsräume zum Zweck des Zusammenlebens eingeschränkt. Das Ergebnis ist Vertrauen in Stabilität und daraus Möglichkeiten neuer Freiheitsverwirklichung. Diese realisierten neuen Freiheiten werden zu Werten erhoben, deren Verteidigung mit Freiheitsverteidigung gleichgesetzt wird. Solche Strömungen sind zutiefst konservativ; sie verteidigen die Früchte ihrer Gewinne aus dem Gesellschaftsvertrag gegen andere, inklusive ihrer Mitbürger.

Wie steht es mit dem Rechtsstaat?

Die Forderung des Innenministers, Strafen zur Abschreckung heranzuziehen, sind tiefster Populismus und strafrechtstheoretischer Unsinn. In Deutschland wird das Strafrecht noch immer weitgehend vom Gedanken der Resozialisierung getragen. Die Aufklärungsquote, nicht das Strafmaß bestimmt die Effektivität des Rechtsfriedens und der Ordnung im Land. Der populistische Weg führt ultima ratio zurück zur Todesstrafe, deren Abschreckungswirkung empirisch nicht belegt ist. Mit anderen Worten: Affektgetriebene Taten werden weiterhin stattfinden.

Die Autorität der Meinung

Wo sind die Konzepte einer gerechten Gesellschaftsordnung, einer Ethik des Internets und seiner Algorithmen oder die einer universellen Bildung? Meine Identität als Mensch ist geformt, meine Angst nicht genommen, um über den Sinn meines eigenes Daseins nachzudenken. Nach alledem ist der Mensch von unten bis oben, von links nach rechts, mit der Aufgabe des Zweifelns alleingelassen und hat irrationale Angst diesen Zweifeln nachzugehen.

Recht auf Frisur?

https://youtu.be/4D8BbsMDEXY Ein Bevölkerungs-Schnitt in Michigan / USA pocht auf seine "verfassungmäßigen Rechte". Man folgt dem Präsidenten und seinem Bauchgefühl: Als Amerikaner läßt man sich nicht einschränken. Ein Phänomen, das einiges erklärt. Traurige Ironie, dass eben jene die Rückkehr zur Arbeit fordern, die selbst arbeiten müssen. Mit den Worten Paul Lafargues: Statt in den Zeiten der Krise eine Verteilung der Produkte und allgemeine Belustigung zu verlangen, rennen sich die Arbeiter vor Hunger die Köpfe an den Toren der Fabriken ein. Mit eingefallenen Wangen, abgemagerten Körper überlaufen sie die Fabrikanten mit kläglichen Ansprachen: »Lieber Herr Chagot, bester Herr Schneider, geben Sie uns doch Arbeit, es ist nicht der Hunger, der uns plagt, sondern die Liebe zur Arbeit!«- Und, kaum imstande sich aufrechtzuerhalten, […]