Die zerstörte Balance

Also lehnen wir uns zurück und ignorieren den Fakt, daß Cyber-Krieg schon lange Realität ist; daß ganze Städte und Landstriche mit ENTER-Tasten ausgeknipst werden können. Mit dieser Realitätssicht ist es einsichtig, daß wir eben einen besseren Spionageapparat brauchen. Internationale Datenschutzabkommen, so Adam, benachteiligen jene, welche unterzeichnen. Es bleibt uns also nichts, als hinzunehmen, daß unsere Grundrechte mit Füßen getreten werden? Treten wir doch mal einen Schritt zurück – aus der Realität hinaus – wir müssen diese ja nicht als unabänderlich akzeptieren.

C'mon buddy - all you have to do is pick up a weapon...

Whistleblower - die neuen Journalisten? Die vierte Gewalt wird sie immer genannt: Die Presse. Tatsächlich ist sie nicht Gewalt, doch Macht. Diese Tatsache unter Lord Acums Diktum, "Macht korrumpiert, und absolute Macht korrumpiert absolut" subsumiert führt zu nur einem Ergebnis: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Medien von Korruption durchzogen sind. Gilt das auch für die Massenmedien der heutigen Zeit? Das ist einfach zu behaupten; eines steht fest: Sie haben dürftige Qualität; verbreiten AP und REUTHERS Nachrichten und wählen Brisantes für mediale Breitseite. Wissen Sie, was Julian Assange derzeit treibt? Wie groß ist das Ozonloch inzwischen? Hat Palästina Frieden mit Israel geschlossen? Und was ist eigentlich mit Bradley Manning? Manning wer? Seziert man den Einleitungssatz der SPIEGEL-Artikels "Die neuen Weltverbesserer", "sie […]

Können wir von Brasilien lernen?

Die Preissteigerung von Bustickets um sieben Prozent führte zur Mobilmachung hunderttausender Brasilianer auf den Straßen. Das sprichwörtliche Faß ist übergelaufen, oder sein Boden ausgeschlagen - welche Metapher auch immer. "Schluß mit Korruption!" heißt die Hauptforderung inzwischen; wie eine Lawine hat sich der Protest entfaltet und seine Eigendynamik birgt das erhabene Gefühl kämpferischer Auflehnung.  Davon träumen auch die Türken - wo ein Ministerpräsident nazihafte Gebärden an den Tag legt, gegen das offensichtliche Mandat der Massen auf dem Taksimplatz und darüberhinaus. In Brasilien ist es andersherum: Dort kämpft ein Frau gegen das Parlament an, welches Reformen verhindert. Bis heute jedenfalls. Die Präsidentin, Dilma Rousseff, begrüßt die Demonstrationen und kann nun ihre Chance für Reformen ergreifen. Immerhin hat sie ihre Haltung zur Korruption schon […]

Das reine Leben

Es fällt mir oft schwer, gesellschaftskritisch zu sein, ohne dabei aufwieglerisch zu wirken. Doch die Zeit, zivilisierter* Kritik ist schlicht und einfach vorbei. Wer dieses Video gesehen hat, sollte mehr tun, als sich zu empören: Kein Wasser in Flaschen kaufen!   *zivilisierte Kritik: eine Wortschöpfung, mit der gemeint sein soll, daß kritische Reflexion Pro und Contra zulassen muß. Je mehr man über Wirtschaftskonzerne und Lobbyismus hört und sieht, desto weniger Argumente fallen einem zum gegenwärtigen System ein...

Der Phantast im Elfenbeinturm

Mindestlöhne - "auf keinen Fall". Das Verdikt eines kurzen Videoclips der Süddeutschen Zeitung. Ich bin entrüstet, indigniert, angepisst sozusagen von der Dezidiertheit des Wirtschaftsredakteurs Marc Beise. Seine Meinung in Ehren - doch für einen Redakteur zu indifferent. Und darum geht's: Warum Mindestlöhne eine teuflische Idee seien. Herr Beise erklärt, daß es zweifelsohne unerträgliche Zustände für so manche Arbeitnehmer mit 4, 3 oder 2 Euro Stundenlohn gebe. Aber: „Die Grundregeln der Ökonomie sind so falsch meistens nicht – auch wenn man sie im Einzelfall der Wirklichkeit anpassen muß.“ Die ultimative Lösung für jenes Problem seien Tarifverträge: Da, wo keine Mindestlöhne gezahlt werden, solle man in organisierter Ordnung den Ausweg finden. Das deutsche Tarifvertragsgesetz, welches sich genau mit dieser Materie beschäftigt, ist […]

Coca Cola aus der Leitung?

Der gegenwärtige EU Kommissar, Michel Barnier plant, die Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung zu erleichtern. Eine Art Inner-europäische Globalisierung. Das soll mithilfe einer europäischen Konzessionsrichtlinie erfolgen, die Kommunen zu einer europaweiten Ausschreibung verpflichtet.Es geht ein Aufschrei durch die Staaten; zu recht. Wasser (unter anderem) würde zur Disposition von Unternehmern stehen und damit im Dienste des Profits. Von Beschwichtigern wie dem ehemaligen EU Kommissar Franz Fischler wird eingeworfen, daß Kommunen ja nicht zu öffentlichen Ausschreibungen gezwungen seien. Außerdem haben Kommunen noch immer ein gewisses Wahlrecht unter den Beteiligten, wenn die Ausschreibungsfrist vorüber ist. Dieses Argumente sind reine Augenwischerei. Die Realität, also die deutschen Kommunalgesetze, die klammen Haushalte und finanzielle Abhängigkeit von Geldgebern, verlangen eine wirtschaftliche Entscheidung der Gemeinden, was im Klartext (fast) immer […]