Wir brauchen das Geld der Reichen

Die Süddeutsche reflektiert mit der Kolumne "Wir brauchen das Geld der Reichen" über die Frage, inwieweit Eigentum verpflichtet. Dieser Artikel ist nichts neues, jedoch Ausdruck dessen, wie tief die soziale Kluft  zwischen Arm und Reich in das gesellschaftliche Bewußtsein gerückt ist."...warum sollten Dimitrios, Luigi oder Pedro, so sie denn Millionen auf dem Konto haben, für die Schulden ihres Staates aufkommen?" Weil der Staat ihnen die erforderlichen Bedingungen zur Möglichkeit ihres Reichtums bereitgestellt hat - Struktur und Recht. Wenn die Wohlhabenden eines Landes zur Refinanzierung und dem Abbau von Staatschulden herangezogen werden würden, wären so manche Volkswirtschaften praktisch schuldenfrei. So das Verdikt. "...warum sollten Dimitrios, Luigi oder Pedro, so sie denn Millionen auf dem Konto haben, für die Schulden ihres Staates […]

"Die müssen weg, die Leute!" - wohin mit Sexualstraftätern?

Und dann traf er auf Udo. Udo, der für sein Leben gerne Gummitiere aß - am liebsten mit Erdbeer- oder Kirschgemschmack. Udo, dreiundfünfzig, der dann aussah wie ein Schuljunge, wenn er an den Süßigkeiten lutschte. Manch einer hätte gesagt, daß Udo eine Seele von Mensch war: ruhig, zuvorkommend, freundlich. Nur bei Feiern saß er meistens abseits, wenn die anderen sich vollaufen ließen und lächelte hin und wieder. Ein mattes aber warmes Lächeln. Bis zu dem Tag, als man herausfand, daß Udo einige Jahre eingesessen hatte. Er hatte Kinder betatscht hieß es. Und so kam es, daß sich Udo in seiner kleinen Wohnung verkroch und er, Bernd, nicht wußte, was er machen sollte. Ein oder zweimal unternahm er den Versuch, Udo […]

Una Panetta bitte!

Er ist kein italienisches Spritzgebäck, sondern ein Amerikaner. Und ich wäre fast auf ihn hereingefallen: Das gutmütige Großvater-Gesicht des US-Verteidigungsministers Leon Panetta. Doch Holzauge, bleib wachsam! Hätte er sich auf seinem Neuseeland-Besuch nicht zu hirnrissigen Äußerungen hinreißen lassen, die in der amerikanischen Tradition einfach tief verwurzelt scheinen. Gut: Einem Opa ist das nicht zu verdenken, wenn er geistig in den 50ern, 60ern oder 70ern des vorigen Jahrhunderts verweilt. Zur Gedenkfeier der gefallenen neuseeländischen Soldaten hatte Panetta die üblichen Floskeln parat: "I struggle each time for words that can provide comfort or meaning to try to help at a time of such heartbreak." Und er versichert den Familien, daß ihre Töchter und Söhne als "a hero(s) and a patriot(s)" starben. Die […]

Wumbaba!

Mal so richtig in eigener Sache: Was, wenn ein Synonymwörterbuch zur Abwechslung mal Spaß macht? Vor Jahren habe ich immer wieder die levitated.net Webseite besucht und versucht, aus einigen der Experimente Anregung zu sammeln. Gesammelt habe ich - wie verrückt, doch meistens war ich dann doch zu faul oder zu beschäftigt, um mehr daraus zu machen als gammelige Festplattenleichen. Das ist seit heute anders! "WUMBABA!" ist entstanden - noch immer ein Experiment und beta, aber sicherlich schon nützlich. Zu viele Worte verloren: Guckst Du hier.

Terror - was er eigentlich bedeutet

Sternstunde Philosophie vom 11.09.2011 "Ach, wenn Könige bloß Philosophen oder Philosophen Könige wären!" In jener "Sternstunde Philosophie" geht es um den Terrorismus. Wir werden durch die Medien derzeit tagtäglich über den Terror terro... ähm... informiert.  Doch wer weiß, was er wirklich bedeutet? Nachdem ich das gesehen hatte, habe ich Herrn Usthoff eine Email gesandt mit meiner Definition des Terrorismus, die sich als zu kurz erwies. Ich meinte, Terrorismus sei hauptsächlich Die Zerstörung des bürgerlichen Glaubens in staatlich garantierte Sicherheit. Herr Usthoff fand das zu weit - und da hatte er recht, denn "Kriminalitaet, Kriege, Tsunamis und Reaktorkatastrophen" sind zum gleichen Effekt in der Lage. Immerhin ist meine Interpretation ein einschränkendes Merkmal für den Terrorbegriff. Ach, was soll das Gelaber - […]

Pussy Riot.

Als Kinder hören wir die grausigen Märchen von Hexen und listigen Bösewichten, von bösen Königinnen, die eitel sind. Wenn wir älter werden, lernen wir aus der Geschichte, von Kaiserreichen, Diktatoren, von Umstürzungen und Befreiungen, von den Machenschaften der Kirche, vom Zynismus der Welt. Wenn wir erwachsen sind, hören wir allenthalben den Spruch: „Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 30 noch Kommunist ist, keinen Verstand." Wir zweifeln - doch das Zweifeln mögen wir nicht, weshalb wir uns gerne Erleichterung verschaffen, indem wir uns zerstreuen: mit unseren eigenen Sorgen und Wünschen. Als Kinder hören wir die grausigen Märchen von Hexen und listigen Bösewichten, von bösen Königinnen, die eitel sind. Wenn wir älter werden, lernen wir aus der […]

Freie Unterkunft für alle!?

Da schaue ich Nachrichten. Man ist sich einig, daß die Grundstückspreise in Neuseeland durch's Dach geschossen sind. Kein Normalverdiener kann sich ein eigenes Haus auf eigenem Grundstück leisten. Es sei denn, man gibt sich einer Bank hin für dreißig Jahre. Ein globales Problem, welches sich in dieser kleinen Volkswirtschaft drastisch offenbart: Noch vor fünfzehn Jahren war ein Grundstück im Schnitt 100.000 Dollar wert. Der Wert hat sich nicht geändert, doch der Preis: 600.000 Dollar muß man berappen, um es zu kaufen. Das übersteigt ein mittleres Einkommen um das 5.2-Fache - in Auckland sogar um das 6.2-Fache. Damit sind Immobilienpreise höher als in Los Angeles oder New York. Der Grund dafür, so meint die größte neuseeländische Immobilienfirma, seien die gestiegenen Nebenkosten. […]