Wir brauchen das Geld der Reichen

Die Süddeutsche reflektiert mit der Kolumne „Wir brauchen das Geld der Reichen“ über die Frage, inwieweit Eigentum verpflichtet. Dieser Artikel ist nichts neues, jedoch Ausdruck dessen, wie tief die soziale Kluft  zwischen Arm und Reich in das gesellschaftliche Bewußtsein gerückt ist. „…warum sollten Dimitrios, Luigi oder Pedro, so sie denn Millionen auf dem Konto haben, für die Schulden ihres Staates…

Die Süddeutsche reflektiert mit der Kolumne „Wir brauchen das Geld der Reichen“ über die Frage, inwieweit Eigentum verpflichtet. Dieser Artikel ist nichts neues, jedoch Ausdruck dessen, wie tief die soziale Kluft  zwischen Arm und Reich in das gesellschaftliche Bewußtsein gerückt ist.

„…warum sollten Dimitrios, Luigi oder Pedro, so sie denn Millionen auf dem Konto haben, für die Schulden ihres Staates aufkommen?“

Weil der Staat ihnen die erforderlichen Bedingungen zur Möglichkeit ihres Reichtums bereitgestellt hat – Struktur und Recht.

Wenn die Wohlhabenden eines Landes zur Refinanzierung und dem Abbau von Staatschulden herangezogen werden würden, wären so manche Volkswirtschaften praktisch schuldenfrei. So das Verdikt.

„…warum sollten Dimitrios, Luigi oder Pedro, so sie denn Millionen auf dem Konto haben, für die Schulden ihres Staates aufkommen?“ Weil der Staat ihnen die erforderlichen Bedingungen zur Möglichkeit ihres Reichtums bereitgestellt hat – Struktur und Recht.

Leserkommentar:
„Noch nie gab es förderlichere Bedingungen für die Reichen, ihr Vermögen auf Kosten der restlichen Gesellschaft zu mehren. „

Ist Ihnen schon einmal in den Sinn gekommen dass die Leute die mehr verdienen auch mehr leisten? Viele der „Superreichen“ haben Unternehmen aufgebaut oder spezielle Talente.

Die staatliche Armut resultiert einfach aus den umfangreichen Leistungen die es in vielen Laendern gibt. Beispielsweise leistet sich Deutschland nach wie vor ein staatliches Renten- und Krankenversicherungssystem das nur schwer finanzierbar ist. Ebenso gibt es sehr hohe Transferzahlungen an Menschen die nicht arbeiten. Sie muessen bedenken, dass das Steueraufkommen eigentlich jedes Jahr steigt. Es wird halt einfach zu viel ausgegeben.

Tatsächlich sind die Argumente pro und kontra einer Vermögensabgabe der Wohlhabenden bedenkenswert: Zwar wirkt populistisches Geschrei der gegenwärtig marxistisch-Denkenden kontraproduktiv, doch kann man den Entrüstungsschreien der Reichen-Lobby („Oh Gott, Enteignung, Sozialismus!“) das tatsächliche Prekariat vorhalten. Wenn das Privatvermögen das Staatsvermögen übersteigt, kann das Gesellschaftssystem nicht gesund sein.

Ein Staat, der die Bedingungen zur Möglichkeit zum unsozialen Verhalten schafft oder nicht beseitigt, ist nicht sozial. Ein unsozialer Staat ist ein Widerspruch in sich. Ob Kant oder Rousseau – im Sinne der Theorien vom Gesellschaftsvertrag schränken die Individuen ihre Freiheit zu Gunsten der Gesellschaft ein. Wenn eine Regierung die unlimitierte Anhäufung von Privateigentum zuläßt- wie kann das dann in diesem Sinne sein?

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