Back to the roots…

Deduktion ist eine wissenschaftliche Methode – die Ableitung vom Großen ins Kleine. Das machen sich sogar Theologen, Poly- oder Monotheisten, sogar Mystiker und Esoteriker zu nutze. Während die Wissenschaft wenigstens versucht, mit Hilfe der Empirie Obersätze aufzustellen, stehen jene der übrigen Gruppen schon fest. Nehmen wir Gott. Der steht am Anfang. So wird alles deduktiv von dieser einen Instanz, dem Schöpfer, dem Designer abgeleitet. Logisch konsequent… Read more »

Kreationismus…Deduktion ist eine wissenschaftliche Methode – die Ableitung vom Großen ins Kleine. Das machen sich sogar Theologen, Poly- oder Monotheisten, sogar Mystiker und Esoteriker zu nutze. Während die Wissenschaft wenigstens versucht, mit Hilfe der Empirie Obersätze aufzustellen, stehen jene der übrigen Gruppen schon fest. Nehmen wir Gott. Der steht am Anfang. So wird alles deduktiv von dieser einen Instanz, dem Schöpfer, dem Designer abgeleitet. Logisch konsequent und folgerichtig werden den säkularisierten Wissenschaften Argumente entgegengehalten. Was aber, wenn ich Gott als kollektives Hirngespinst bezeichne? Dann wären alle logischen Ableitungen, das ganze theistische Konstrukt ja hirnverbrannter Nonsens! Aber wir wollen ja sachlich bleiben, denn das Urteil: „Gott ist ein kollektives Hirngespinst“ ist ja dann auch ein Obersatz – und zugleich eine Behauptung. Ein unbewiesene.

So, wie die Evolution ja auch nicht bewiesen ist, meinen die Kreationisten. Stimmt. Sie ist eine Theorie. Immerhin wenigstens – um Sir Popper zu bemühen – eine, die beständigen Falsifikations-Riskio ausgesetzt ist. Und die Kreationisten setzen alles daran, Charles Darwin ad absurdum zu führen. Lassen wir das Lächerliche am Kreationismus mal raus, so bleibt am Ende noch eine Kritik: Wie kann derjenige, der sich auf einen Schöpfer der Dinge und Wesen beruft, behaupten, keine Evolution bringe das zustande, wenn dann die Frage nach dem Schöpfer selbst auftaucht?

Unser Universum und unser Denken bewegt sich nur in Zusammenhängen von causa und Erfolg. Kausalität ist der schlagende Begriff: Wenn der Schöpfer alles geschöpft hat – in Ordnung. Was hat den Schöpfer dann selbst geschaffen? Bleiben wir hier einfach im Dunkeln? Wenn sich Kreationisten schon nicht die Mühe machen, den Dingen auf den Grund zu gehen und sich ihre eigene Mündigkeit nehmen, dann sollen sie doch wenigstens nicht ganz zu den Wurzeln zurück gehen: Ins Mystische.

Ich als ignorantes Produkt einer halbwegs vollzogenen Aufklärung bitte diese Leute doch nur darum, sich nicht wie die Affen zu verhalten, deren Verwandtschaft sie ja abstreiten.

Für den Interessierten: http://www.allaboutcreation.org


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3 Responses to Back to the roots…

  1. Marco sagt:

    Zynismus: Ja, ich verspotte hier die (moralischen) Werte… ein wenig…

    Es muß nicht bewiesen werden, daß oder ob Kreationisten irren. Jene behaupten es und sind dadurch in der Beweispflicht.

    Und es soll damit auch keine Spekulation sein, wie und warum und woher wir kommen. Es ist vielmehr Kritik daran, einen Urgrund zu setzen, der nicht mehr hinterfragt wird.
    Kausalität ist der grundsätzliche Zusammenhang, der Leim, das denknotwendige Etwas, was Ursächlichkeit bedeutet: Alles hat eine Ursache. Wissenschaft behauptet nicht, Antworten zu haben.
    Und was VOR der (respektive) „Schöpfung“ war ist nicht die unmittelbare Frage, sondern die Tatsache, daß diese Frage gestellt werden müßte! Und zwar von den Kreationisten, die sich immerhin wissenschaftlicher Methodik bedienen (Gott schuf dies, Gott schuf das – deswegen gibt es dieses und jenes = Kausalität).
    Es ist eine reine denk-logische Frage, die gestellt werden müßte… hmmm… das ist ein recht großes Thema…

  2. SkeptischeAlteDame sagt:

    Warum steht dieser Artikel unter „Zynismus“? Zynismus ist eine Haltung, die moralische Werte anderer mißachtet und verspottet. Verspottet hier jemand moralische Werte und wenn ja, wer? Ist ganz und gar nicht spöttisch gemeint.

  3. SkeptischeAlteDame sagt:

    Ich befürchte, die (momentane?) Nasenlänge, die Evolutionsforschung durch handfeste Skelettfunde und Analogieschlüsse den Kreationisten vorraus ist, ist nicht geeignet, letzte Fragen zu beantworten. Dass wir auf die Frage, wer wann wo wie warum den Schöpfer schuf, im Dunkeln bleiben, ist kein Beweis, dass Kreationisten irren. Auch glaubensfreie Forschung und Philosophie kann die Frage, wann wo wie warum ein Universum und aus abiotisch-anorganischen Molekülen der Ursuppe Leben entstand, nicht beantworten. Daher rate ich davon ab, Wahrheit und Irrtum aus für beide Seiten besonders spekulativen Zeiträumen (VOR dem Schöpfer, VOR dem Anfang des Universums) herleiten zu wollen.

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