Schau mal, wer da spricht…

Zum Klimapaket der Bundesregierung #2

Der Herr Friedrich Merz warnt vor radikalen Lösungen bei der Klimapolitik“:

 „Die Alternative wäre eine beispiellose Deindustrialisierung unseres Landes, die Millionen Arbeitsplätze gefährden und die Spaltung unserer Gesellschaft dramatisch vertiefen würde.“

Friedrich Merz‘ Kommentar zu Klimabeschlüssen der Bundesregierung

Es war nichts anderes zu erwarten von einem Wächter des finanziellen status quo. Merz, das ist inzwischen bekannt, ist Aufsichtsrat der US-Amerikanischen Investment BlackRock, die inzwischen 6.84 Trillionen US Dollar „managed“ (Quelle: Google).

So verwundert Merz‘ Lob an der Bundesregierung nicht, welche mit der Erneuerung ihrer Absicht, durch Besteuerung von CO2-Emissionen bzw Emissionshandel eine Leiche fleddert. CO2 Emissionshandel ist seit den 1960ern als Idee existent und hat sich als ineffektiv bewiesen. Insbesondere durch die Tatsache, dass man damit weiterhin Klimaschutz der spekulativen Natur des „Marktes“ überläßt. Man muß keine Experte in irgendeinem Bereich sein, um zu erkennen, wie sehr das einen alten Haudegen im Sinne Friedrich Merz freut. Denn für ihn heißt das: Profit bis zum Tag des jüngsten Gerichts.

Zum Hintergrund und zur Wirkungslosigkeit des seit 2005 in der EU eingeführten Emissionshandel, einen Text vom ZDF:

Seit 2005 gibt es in der Europäischen Union einen munteren Handel mit Emissionszertifikaten. Dabei geht es weder um Waren noch um Aktien. Ein Zertifikat ist nichts anderes als die Berechtigung, eine Tonne Kohlendioxid oder ähnliche Schadstoffen auszustoßen. Das bedeutet also: Wird ein Unternehmen klimafreundlicher, kann es Zertifikate verkaufen. Wird es das nicht – etwa, weil es die Produktion hochfährt – muss es welche dazukaufen.

Eigentlich logisch, dass Unternehmen unter diesen Bedingungen gerne in neue umweltschonende Technologien investieren. Denn dann brauchen sie weniger Zertifikate, können mit den überzähligen sogar Geld verdienen und tun nebenbei auch noch Gutes für das Klima. Soweit die Idee. In der Praxis funktioniert das aber nur dann, wenn die Investitionen nicht teurer sind als die Zertifikate.

Und genau das ist im Moment der Fall. Es gibt nämlich schlicht zu viele Emissionszertifikate auf dem Markt, ein Überangebot. Sie werden deshalb zu regelrechten Dumpingpreisen gehandelt. Die Emission von einer Tonne Kohlendioxid, was einem Zertifikat entspricht, war zeitweise für nur rund fünf Euro zu haben. Im Moment sind es acht, 2005 waren es noch 30 Euro. Das führt dazu, dass zu wenige Unternehmen einen Nutzen darin sehen, Geld in klimafreundliche Technik zu stecken.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/warum-der-co2-handel-bis-jetzt-gescheitert-ist-100.html

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