Frisch’s Tagebuch

„Es ist nicht die Zeit für Ich-Geschichten. Und doch vollzieht sich das unendliche Leben oder verfehlt sich am eigenen Ich, nirgends sonst.“ Max Frischs Zitat gilt. Will man heute schreiben, gemahnen Medienbilder gewissensrührig zu mehr Demut. Wer schreibt, braucht ein gewisses Ego – nicht das übliche. Angesichts der Probleme der Welt wird das schreibende Ego belastet, als sei es weltfremd,…

„Es ist nicht die Zeit für Ich-Geschichten. Und doch vollzieht sich das unendliche Leben oder verfehlt sich am eigenen Ich, nirgends sonst.“

Max Frischs Zitat gilt. Will man heute schreiben, gemahnen Medienbilder gewissensrührig zu mehr Demut. Wer schreibt, braucht ein gewisses Ego – nicht das übliche. Angesichts der Probleme der Welt wird das schreibende Ego belastet, als sei es weltfremd, in sich geschlossen und nahezu ignorant gegenüber dem Dasein anderer. Als Teil der Welt aber, trägt es Schuld an ihrem Glück und ihrem Untergang.

Was ich mich frage: Wenn Frisch das schon in den 60ern schrieb, sich nach 50 Jahren in dieser Hinsicht nichts geändert hat, wozu dann schreiben? Vielleicht: noch mehr schreiben!


Weitere...

Die Demokratie, die wir hinterlassen Nach 9 Jahren Besatzung kehrte Ende Dezember 2011 der letzte US Soldat aus dem Irak zurück. Pünktlich zum christlichen Weihnachtsfest. Anlaß für einen...
Selbstentfremdung "Die weitaus meisten Menschenleben werden durch Selbstüberforderung vernichtet Unser Bewußtsein hat sich im Laufe einiger Jahrhunderte sehr verändert...
Beständigkeit Beständigkeit: es gibt sie nicht, denn dafür ist der Mensch nicht gemacht... Zu jeder Zeit halten ihn seine eigenen Institutionen von seinem eigenen F...

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch