Rassismus real?

Der Kapitalismus laissez faire schreckt weder vor Kinderarbeit noch vor politischer Willensbildung zurück. Ob Demokratie, Monarchie, Oligarchie oder Menschenrechtsverletzer generell: der Kapitalismus handelt mit jedem und unsere Regierungen handeln fleißig mit. An diesem Wirtschaftssystem ist nichts faires, denn es läßt Regierungen und Verwaltungen ausbluten und hinterläßt nichts als verbrannte Erde.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Die Bevölkerung gegeneinander aufhetzen, obwohl die meisten ihrer Mitglieder das gleiche wollen: nämlich eine andere, eine starke Regierung — auch, wenn die Vorstellungen da auseinandergehen. Verschwörungen witternde Gemüter haben da womöglich die Vorstellung, Merkel hätte PEGIDA extra angezettelt. Doch ist das ein fundamentaler demokratischer Prozeß. Mit AfD und Pegida wacht ein beachtlicher Teil der Bevölkerung aus seinem Dornröschenschlaf politischen Desinteresses auf und will mitreden. Laut, angst- und haßerfüllt gegenüber allen und jeden. Bald wird man andere deutsche Mitbürger auffordern das Land zu verlassen, wenn es ihnen hier nicht paßt. Dann kann man nur für oder gegen, pro oder contra sein. Und die meinen sie wären das Volk? Tragisch. 

Natürlich muß eine Demokratie das aushalten können. So ein schöner pathetischer Spruch. Ja, sie muß, doch kann sie tatsächlich? Das bleibt vorerst offen. Die Wutbürger haben jedes Recht, wütend zu sein und wütend wählen zu gehen. Doch wir kennen das Problem mit der Wut: sie führt zu unabsehbaren (unüberlegten) Schnellschüssen. Auf die Demokratie selbst, dann vielleicht auf andere Menschen. Das demokratische System ist daran jedoch nicht schuld, sondern der Akzent auf ökonomische vor sozialen Werten hat jene Menschen herangezogen, vor denen sich der heutige Liberale fürchtet. Der Kapitalismus gibt nichts auf Bildung, sofern sie nicht als Produktionsmittel taugt. Daher verkündet man seit Jahren schon das Ende der Geisteswissenschaften und schickt angeblich Germanisten in die Frittenbude.

Politisch desinteressierte und ahnungslose Bürger durch eine falsche Politik der Lobby

Der Kapitalismus laissez faire schreckt weder vor Kinderarbeit noch vor politischer Willensbildung zurück. (s. TTIP, TPPA ) Ob Demokratie, Monarchie, Oligarchie oder Menschenrechtsverletzer generell: der Kapitalismus handelt mit jedem und unsere Regierungen handeln fleißig mit. An diesem Wirtschaftssystem ist nichts faires, denn es läßt Regierungen und Verwaltungen ausbluten und hinterläßt nichts als verbrannte Erde.

Jedenfalls hat Merkel nichts angezettelt. Allerdings duldet sie amerikanische und französische (Anti?)Terror-Kriege, damit das Wachstumsrädchen nicht still steht. Die Angst vor diesem Stillstand hat uns endlich erreicht und obwohl wir sie nicht benennen können, handeln wir aus jener und benennen Gründe für ihre Ursachen. Willkommen sind die Flüchtlinge in Deutschland noch immer – ein willkommener Sündenbock. Sie entfachten das Feuer der Xenophobie – als ob wir das nicht schonmal gehabt hätten. Dieses Konglomerat von Firmen, Konzernen und Interessen stärkt gerade die Rechte. Das, was systemkritische Bewegungen wie Occupy nicht eindeutig identifizieren konnten, können die Nationalen erst recht nicht. Nationalismus braucht lediglich unbestimmte Angst als Nährboden und sucht sich irgendwann die ihm passenden Ursachen.

Es wäre interessant gewesen, hätte man den Verlauf der Kapitalismuskrise beobachten können, ohne Ströme von Kriegsflüchtlingen einfließen zu haben, die nun als Ursache der europäischen Probleme herhalten müssen. Das können wir aber nicht, sondern uns bleiben nur Hypothesen darüber, ob der EU-Bürger, wie die übrige Weltbevölkerung im Grunde rassistisch ist. Wie zum Beispiel die: Heutzutage scheint es, als wäre Rassismus, Angst und Gewalt unsere genetische Wiederkehr des Gleichen. Wir können nicht anders, oder besser: wir konnten in unserer Menschheitsgeschichte nicht anders als unsere Probleme mit Gewalt zu lösen. Weil wir diese Probleme in ihrer Ganzheit wohl nie verstanden haben. Das bedeutet nicht, daß wir es nicht ein erneutes mal versuchen können. Wie schrecklich ist die Vorstellung, in Nietzsches Nihilismus zu leben. Die ewige Ödnis kann niemand wollen – weder Linker, Rechter oder Liberaler.


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