Asyl und Menschenwürde

Ich höre sie schon raunen – „die Kanaken, die faulen Schweine, nehmen unsere Arbeit weg… und kriegen alles in den Arsch geschoben! So weit ist es schon.“. Nicht nur in den Kneipen wird man bald hinter vorgehaltener Hand murmeln – der Unmut, der Hass wird sich cholerisch auf den Straßen ausbreiten und durch die Fernseher in unsere Wohnzimmer kommen.

„Ausländerfeindliche Übergriffe“ und „Neonazis werden Schlagzeilen machen und ablenken von unserem eigenen Gewissen – von unserer eigenen Misere.
Daß Menschen, die auf „Kosten des Staates“ leben – Asylanten oder nicht – überhaupt als Problem thematisiert werden, ist lächerlich wie tragisch: rund 90 Millionen Euro zusätzliche Belastung, während ein ganzer Staat 37 Milliarden Euro Zinsen an ein Konsortium einer Handvoll Unternehmen (Banken) bezahlt. Die Nazis, die Asylanten, die Griechen und Spanier sind willkommen im großen Zirkus der Zerstreuung, solange wir bloß mit dem Finger auf sie zeigen können. Armes Deutschland. Tatsächlich. Immer dann, wenn wir die „Menschenwürde“, diesen unsäglich abstrakten, einschüchternden Begriff bemühen müssen, haben wir bewiesen, daß wir unfähig sind, seine Bedeutung annähernd nur zu erfassen.
Menschlichkeit findet sich inzwischen als Modebegriff in Marketing-Kampagnen. Entfremdung nennt man das, was uns schon lange aus der Bahn geworfen hat.

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